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Mut zu Nahversorgung!

von Roland Vogtenhuber

Nahversorgung das ist "die räumliche Netzdichte an Dienstleitungen und Gewerbebetrieben zur Bewältigung der alltäglichen Bedürfnisse."

In anderen Worten: Wie lange muss man/frau gehen um Lebensmittel einkaufen zu können, die Kinder zur Schule oder das Kleid in die Reinigung bzw. die Schuhe zum Schuster zu bringen. Ebenfalls sind hier die Wege zum nächsten Arzt oder Apotheke oder die Entfernung zum Frisör oder Wirt einbezogen. Es werden hierbei für jede dieser Gruppen spezielle Toleranzen gefordert.

Frau DI Sabine Gretner, Hietzinger Kandidatin für die Wiener Gemeinderatswahl, hat dazu eine "Nahversorgungs-Schablone" entwickelt, die bei uns angefordert werden kann (Tel. 4000/81832). Sie können damit individuell feststellen, wie die Nahversorgungs-Lage in Ihrer Umgebung aussieht und wo die Defizite liegen.

Es ist natürlich für erwerbstätige BürgerInnen ein Leichtes, größere Distanzen mit einem PKW oder - im "grün engagierten" Fall - mit dem Fahrrad zu bewältigen. Betroffen sind aber vor allem Kinder und PensionistInnen (über 30% sind älter als 60 Jahre) im Bezirk. Niemand kann von einer vielleicht über 70 Jahre alten Dame verlangen, zum "Auhof-Center" zu fahren, um ihren Alltagseinkauf zu machen, weil es den "Greissler um die Ecke" nicht mehr gibt. Dieser hat entweder keinen Nachfolger gefunden oder musste dem Preisdruck der großen Ketten weichen. Dabei ist gerade Hietzing aus einer überschaubaren Zahl von kleinen "dörflichen Strukturen" zusammen gesetzt. Wäre also ein Musterbeispiel für eine funktionierende Nahversorgungs-Infrastruktur. Die Grünen aus dem 13. Bezirk sind bei einem "Lokalaugenschein" aber auf einige "Wüsten der Nahversorgung" gestoßen. So ist es nicht einfach für Familien, die in der Speisinger Gegend südlich des Furtwänglerplatzes, in Teilen Hackings zum Himmelhof hin, in der Siedlung Auhofer Trennstück oder im Vorfeld entlang der Tiergartenmauer in Ober St. Veit wohnen, ohne Auto ihren täglichen Einkauf an Lebensmitteln zu machen. 20-30 Min. Gehzeit sind nicht selten, und manchmal ist der Rückweg bergauf zu bewältigen. Wie sieht es mit den BürgerInnen im wirklich wohl verdienten Ruhestand aus? Nicht jeder kann sich ein Hausmädchen leisten oder wird von "Essen auf Rädern" betreut.

Die Grünen in Hietzing haben sich dazu entschlossen, nicht nur Mängel aufzuzeigen, sondern auch Alternativen bzw. Lösungsvorschläge zu präsentieren. Wir wollen mit einem kleinen Hietzinger Transportunternehmen eine "Nahversorgungsaktion" starten. Wenn die BürgerInnen nicht zum Greissler kommen können, dann drehen wir die Karte einfach um. Wir "bringen den Markt zu den BürgerInnen" sprich: Wir wollen ein Netzwerk an Zustellern und Geschäften organisieren. Die Bestellung erfolgt mündlich im Gespräch im Laden oder über Telefon, Fax oder Mail. Das von den Grünen organisierte Kleintransportunternehmen würde dann, gegen einen Unkostenbeitrag, die bestellten Waren den einzelnen Haushalten zustellen.

Interessierte sind eingeladen, sich bei der Grünen Wirtschaft, Gardegasse 6/5, 1070 Wien, Tel. 0699/1515 1416 (Landessprecher Hans Arsenovic, E-Mail: hans.arsenovic@gruene.at) oder bei den Hietzinger Grünen (Tel. 4000/81832, E-Mail: hietzing@gruene.at) zu melden!

Damit die "Säuglingssterblichkeit der kreativen und guten Ideen" nicht weiter steigt.

Mag. Roland Vogtenhuber, MSc ist Diplomökologe, Umwelt- und Qualitätsmanager und Mitglied der Experts Group für CSR (Corporate Social Responsibility) in der Österreichischen Wirtschaftkammer. Mit seinem Hintergrund als Experte für Umwelt, Umwelttechnik, Qualitätsmanagement und nachhaltig wirksame Wirtschaft war er jahrelang als selbstständiger Unternehmensberater tätig. Heute ist er zusätzlich als technischer Projektleiter einer Hietzinger Firma, die Biodieselanlagen im Modulsystem herstellt, international erfolgreich. E-Mail: roland.vogtenhuber@gruene.at

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Seite geändert am 30 September, 2005 / Home / Kontakt: hietzing@gruene.at, Tel. 4000 / 81 832